Das Rasiermesser ist per Definition ein sehr scharfes Messer für die Nass- und seltener auch für die Trockenrasur, das aus einer länglichen Stahlklinge und einem Griff besteht. Die Rasur mit dem Rasiermesser stellt die älteste bekannte Rasurform dar und so nutzten es bereits die alten Ägypter vor tausenden von Jahren. Während heutzutage vielen die Vorstellung, sich mit einem im wahrsten Sinne des Wortes rasiermesserscharfen Messer über das Gesicht zu fahren gefährlich und fremd vorkommt, so ist die fachgerechte Nutzung eines solchen eine super Sache. Es bietet die wohl gründlichste und genauste Rasur und auch anspruchsvolle Konturen sind damit kein Problem. Wie bei so vielen Dingen im Leben macht auch hier Übung den Meister – Sie werden es nicht bereuen.

Zubehör und Pflege

Jedes Rasiermesse sollte sich zu einem Rasierpinsel aus Dachshaar und einem Abziehriemen aus Leder gesellen. Der Pinsel sorgt für ordentlich Schaum und der Riemen für eine konstante Schärfe und somit ein leichteres Gleiten der Klinge.

Auch wenn heutzutage die meisten Rasiermesser rostfrei sind, ist es wichtig, das Rasiermesser nach jeder Rasur gründlich zu reinigen und zu trocknen um hässliche Wasserflecken oder gar Rost zu vermeiden. Hier sei zur Sicherheit gesagt, wenn auch eigentlich selbstverständlich, dass das Messer nur trocken getupft wird und keinesfalls gerieben. Sollte das Rasiermesser über längere Zeit nicht genutzt werden, empfiehlt sich auch die Benutzung eines Öls, damit das Messer geschmeidig bleibt.

Jetzt wird es ernst – die Rasur

Die Rasur als solche gleicht dabei der an anderer Stelle ausführlicher beschriebenen Nassrasur. Seien Sie sich aber dabei umso mehr darum bewusst, dass Sie mit einem potentiellen Mordwerkzeug hantieren und lassen Sie dementsprechend Vorsicht walten. Wenn Sie der Prozedur folgen, ist die Rasur aber so sicher wie jede andere.

1.      Reinigen Sie Ihr Gesicht gründlich.

Eine gründliche Reinigung mit warmem Wasser und gegebenenfalls einer Waschlotion entfernt unerwünschte Rückstände auf der Haut und sorgt für ein aufquellen der Barthaare

2.      Bereiten Sie Ihr Rasiermesser vor.

Meistens handelt es sich bei einem Rasiermesser um ein Klappmesser. Klappen Sie es vorsichtig auf und greifen die Klinge mit Zeige- und Mittelfinger an der einen, sowie dem Daumen auf der anderen Seite. Die anderen beiden Finger führen die Schale vom Gesicht weg. Von absoluter Wichtigkeit ist dabei die Schärfe der Klinge, denn je schärfer die Klinge, desto geringer das Verletzungsrisiko. Was auf den ersten Blick vielleicht widersprüchlich klingt, macht aber durchaus Sinn. Eine scharfe Klinge schneidet die Barthaare leichter und braucht weniger Druck. Und zu viel mechanischer Druck ist eine der Hauptursachen für Verletzungen und anderen unerwünschten Nebenwirkungen einer jeden Rasur. Ein guter sogenannter Abziehriemen – meist aus Leder –  zur regelmäßigen Schärfung der Klinge gehört deshalb zur Grundausstattung und kann beispielsweise aus einem breiten Sortiment bei Amazon.de erworben werden. Der Riemen wird zum Schärfen straff gespannt und die Klinge dann mit aufgelegtem Rücken und in flachem Winkel abgezogen.

3.      Schäumen Sie Ihren Bart ein.

Das Einschäumen mit Rasierschaum aus der Dose, Rasiergel, Rasiercreme und Rasierseife ist wichtig, um das Barthaar weiter aufzuquellen und aufzurichten. Besonders wichtig für das scharfe Rasiermesser ist die extra Gleitschicht die durch den Schaum erzeugt wird und die das Verletzungsrisiko deutlich senkt.

4.      Rasieren Sie sich.

Nun der wohl spannendste Teil der Übung – die Rasur. Mit dem Messer in der bereits erwähnten Handhaltung starten Sie am besten an den Großflächigen Partien Ihres Gesichts, wie etwa den Wangen oder am Hals und arbeiten sich langsam zu den schwierigen Lippen- und Kinnpartien vor. So hat der Rasierschaum dort mehr Zeit, seine volle Wirkung zu entfachen.

Das Messer führen Sie in einem 30 Grad-Winkel über die Haut. Da nur die wenigsten Männer mit einem natürlich Winkelmesser im Auge geboren werden, heißt es besonders hier – Üben, üben, üben! Im ersten Zug sollten Sie mit dem Strich rasieren, dann neu einschäumen und erst in einem zweiten Zug gegen den Strich rasieren. Das dauert zwar etwas länger, aber Ihre Haut wird es Ihnen danken. Generell gilt, dass Sie gar nicht oft genug nachschäumen können. Auch das regelmäßige Säubern der Klinge von Schaum und Bartstoppeln ist wichtig.

Die besondere Schärfe des Messers macht auch das Spannen der Haut umso wichtiger. Hierbei haben sich allerlei Grimassen wie Backen kräftig aufblasen oder ein schönes Duck-Face – das Spitzen der Lippen zum Kussmund – besonders bewährt und auch die freie Hand darf hier Ihren Dienst verrichten.

5.      Säubern und desinfizieren Sie Ihr Gesicht.

Die Schärfe des Messers ist auch der Grund, wieso die Desinfektion danach besonderes Augenmerk genießen sollte. Die in jedem Fall gereizte Haut ist in diesem Zustand sehr anfällig für Keime und Bakterien aller Art und sollte deshalb mit einem After Shave Produkt desinfiziert werden, nachdem der restliche Schaum mit kaltem Wasser komplett abgewaschen wurde.

Folgen Sie diesem Muster, kann mit ein wenig Übung gar nichts mehr schief gehen und Sie werden fortan nie wieder eine andere Rasur wollen. Wer Sorge vor dem Spott anderer während der Lernphase hat, dem ist ein langes Wochenende zu Hause als Testphase zu empfehlen. Ist die Lernphase aber erst einmal überwunden, ist Ihnen der ein oder andere bewundernde Blick sicher.

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