Gibt es schlechtes Bartöl? Bzw. was macht gutes Bartöl eigentlich aus? Der Markt ist mittlerweile reich an verschiedensten Bartölen. In jeder Preiskategorie und mit vielerlei Versprechen. Doch nicht immer hält das Produkt wirklich das, was das Marketing verspricht. Die Range von schlechten Bartölen ist erschreckend groß: sie reicht von „maßlos überteuert“ bis zu „gesundheitsbedenklich“. Teilweise werden Inhaltsstoffe nicht korrekt deklariert.

Und das Thema hat durchaus Relevanz. Immerhin benutzen rund 30 % der jungen Männer zwischen 14 und 21 Jahren Bartpflegeprodukte – meist Bartöl. Das fand die Jugendstudie des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel (IKW) im Jahr 2016 heraus. Bei all den Prädikaten, wie „natürlich Inhaltsstoffe“, „vegan“ oder „tierversuchsfrei“ entsteht schnell der Eindruck, dass es auf dem deutschen Markt ausschließlich Premium-Produkte gibt. Das ist aber nicht der Fall.

Der Barbershop-Finder ist unabhängig. Und das ist auch gut so. Natürlich macht man sich mit so einem Thema nicht wirklich viele Freunde. Wir haben viel recherchiert und zeigen dir, worauf es bei gutem Bartöl ankommt und von welchem du besser die Finger lässt. Am Schluss erhältst du unsere Empfehlungen, mit welchem Bartöl du ethisch und qualitativ genau richtig fährst. Vielen Dank an dieser Stelle auch an ÖkoTest, die ein Vielzahl von Informationen recherchiert haben und auch an Goelds Dr. Awesome, der mit seinem Beitrag über gutes Bartöl den Nagel auf den Kopf trifft.

Was macht gutes oder schlechtes Bartöl aus?

Wir wollen hier absichtlich keinen langen Abschnitt darüber schreiben, was gutes und schlechtes Bartöl ausmacht. Unserer Meinung nach ist 1. die Qualität, Zusammensetzung und Wirkung der Inhalststoffe und 2.. die Einhaltung ethischer Mindeststandards (keine Allergene, keine Tierversuche, gesundheitsunbedenklich …) maßgebend.

Wer sich ausführlicher über die Zusammensetzung eines guten Bartöls informieren will, dem empfehlen wir eingehend den Artikel „Zaubermischung oder schmierige Angelegenheit: Daran erkennst du gutes Bartöl!“ von Dr. Awesome zur Nachtlektüre.

Schlechtes Bartöl: Von diesen Bartölen lässt du besser die Finger

1. Mr. Burton – Starker Mangel in der Deklarationspflicht

Mit dem ersten Bartöl trifft es gleich einen Klassiker unter den Bartölen. Den meisten ist Mr. Burton´s Bartöl sicherlich ein Begriff. Mit der Deklaration von allergieauslösenden Inhaltsstoffen sieht es das Unternehmen leider nicht so eng. So gilt für den Duftststoff Cinnamal ganz klar die Regelung, dass dieser ab einer Menge von 10 mg/kg auf kosmetischen Produkten zu kennzeichnen ist. Das Labor von ÖkoTest fand in dem Bartöl von Mr. Burton die 60-fache Menge dieses Werts. Nur von der Kennzeichenung der Inhaltsstoffe fehlt jede Spur.

2. Tom Ford – Hoffnungslos überteuertes Prestige-Bartöl

Auch das Bartöl von Tom Ford dürfte vielen Verbrauchern und Bartträgern ein Begriff sein. Zwischen 40 € und 50 € wird es in den gängigen Versandhäusern angeboten. Und zugegeben: es riecht sehr wohltuend und herb nach Tabak und Vanille. Doch mit Blick auf die Inhaltsstoffe erklärt sich der Spitzenpreis leider nicht. Normales Mandel-, Jojoba- und Traubenkernöl ist darin enthalten. Nicht mal das etwas höherwertige Arganöl könnte den hohen Preis rechtfertigen.

Hier wird definitiv viel Geld für ein Produkt verlangt, das der Verbraucher in besserer Qualität günstiger haben kann. Tom Ford verlangt einen Markenaufschlag. Diesen sollte Mann aber erst bereit sein zu zahlen, wenn sich die Marke innerhalb der Bartpfleges-Szene seine Sporen verdient hat. Bis dahin, dein Geld besser anlegen.

3. OAK Beard Oil – Weichmacher trotz BDIH-Zertifizierung

Besonders schade, da das OAK-Bartöl eigentlich eine BDIH-Zertifizierung trägt. Diese Zertifizierung bestätigt dem Produkt das Prädikat der „kontrollierten Natur-Kosmetik“ und schürt somit auch gewisse Erwartungen der Verbraucher an das Produkt.

In Wahrheit herrscht leider Weichmacheralarm. Sowohl Diethylphthalat (DEP) als auch Diisononylphthalat (DINP) sind im OAK Bartöl vertreten. Stoffe, die eigentlich in Bartölen nichts zu suchen haben. Und in Naturkosmetik-Produkten schon überhaupt nicht. ÖkoTest bringt es auf den Punkt: „Die Ansprüche an Naturkosmetik erfüllt das Oak Beard Oil mit dieser Phthalatmenge unserer Ansicht nach jedenfalls nicht (…) Das ist weder mit den Grundsätzen zertifizierter Naturkosmetik noch mit den Erwartungen der Verbraucher an diese zu vereinbaren.“

Fairerweise sei gesagt, dass wir vom Hersteller OAK normalerweise sehr hohe Qualität gewohnt sind. Daher kommen die Ergebnisse auch für uns etwas überraschend. Nach Rücksprache mit dem Unternehmen, arbeitet OAK mit Hochdruck an dem Problem, um schnellstmöglich wieder Bartöle allerbester Qualität zu liefern. Bis auf die oben genannten Weichmacher, scheidet das Bartöl sehr gut im Test ab. Somit erreicht es im Gesamtranking immerhin noch für ein „befriedigend“. Nur wenige Bartöle sind besser.

Sobald OAK die Ursache für das DEP und DINP eliminiert hat, kannst du wieder beherzt zugreifen. Wir halten hier auf dem Laufenden.

4. Bart Royal – ein wahrer Giftcocktail

Besonders niederschmetternd ist die Qualität des Billig-Bartöls „Bart Royal Oud Wood“, das in einigen Drogeriemärkten hierzulande zu finden ist. Im Ökotest schneidet es ganz klar mit der schlechtesten Note „ungenügend“ ab. Hier wird einfach alles zu einem Giftcocktail zusammengemischt, was sich ein Bartträger nicht wünscht. Problematisch sind vor Allem die zahlreichen Duftstoffe. Kostprobe gefällig?

  • Lilial steht zum Beispiel seit einigen Tierversuchen unter dem starken Verdacht, eine fortpflanzungsgefährdende Wirkung auf den männlichen Körper zu haben.
  • Die künstlichen Moschusstoffe stehen im Verdacht Leberschäden zu verursachen, lagern sich aber in jedem Fall im menschlichen Fettgewebe ein.
  • Diethylphthalat hemmt den natürlichen Schutzmechanismus der Haut.
  • Lyral ist ein Duftstoff, der häufig zu allergischen Reaktionen führt.

Zwar ist Bart Royal recht günstig, aber leider auch recht billig. Hier heißt es definitiv: Finger weg!!

5. und 6. Urbane Man und Percy Nobleman – Die Gewinnung aus Erdöl

Auch auf das Bartöl Urban Man kannst du getrost verzichten. Auf der einen Seite kann das darin enthaltene Citral schnell allergische Reaktionen auslösen, zum anderen enthält das Öl Paraffinöl. Dieses wird aus Erdöl gewonnen und hat eine glättende Wirkung für Haut und Bart.

Leider stehen aber auch gewisse Substanzen in Mineralöl im Verdacht Krebs zu erzeugen. Ablagerungen in Lymphknoten, Leber und Milz sind möglich. Das kannst du getrost vermeiden. Leider teilt sich das Urbane Man Bartöl damit sein Schicksal mit Percy Nobleman. Auch hier sind Paraffinöle enthalten.

7. Antica Barberia – Verdacht auf hormonelle Wirksamkeit

Ganz bunt treiben es leider auch die Italiener. Das Bartöl Antica Barberia beinhaltet mit BHT und BHA gleich zwei Inhaltsstoffe, die wir in keinem Bartöl sehen wollen. Zwar werden die Stoffe auch in anderen kosmetischen Produkten eingesetzt, stehen dabei aber im Verdacht der hormonellen Wirksamkeit. Tierversuche haben gezeigt, dass BHA und BHT die Fortpflanzung beeinträchtigen können und erbgutverändernd wirken. Wegen der Auslösung von Allergien und organischer Veränderungen im Tierversuch, bestehen gesundheitliche Bedenken. So führte die Einnahme sehr großer Mengen zu Magen- und Leberkrebs bei Mäusen.

Worauf solltest du stattdessen setzen

Statt viel Chemie, Allergenen und teuren Preisen, solltest du lieber auf ausgewählte Qualität zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis setzen.

Wir empfehlen dir hierzu das Bartöl-Abo von Beardwide, da es nicht nur die besten Bartöle aus aller Welt in einer monatlichen Abo-Box kombiniert. Sondern alle Produkte auch sorgfältigst unter ethischen Standards auswählt. So verwendet zum Beispiel das brasilianische Beardwide-Member Sobre Barba auschließlich einheimische Produkte, die anschließend direkt wieder aufgeforstet werden. Sehr lobenswert.

Übrigens: Im Bartöl-Abo gibt es monatlich 3 internationale Premium-Bartöle für nur 19,99 € versandkostenfrei nach Hause. Mit dem Gutscheincode „Barbershop-Finder10“ sparst du satte 10 % bei deiner Bestellung.

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Darüber hinaus gibt es natürlich auch jede Menge erstklassige und einheimische Bartöle. Hier wollen wir euch insbesondere 3 Bartöle besonders ans Herzen legen:

  1. Goelds Massiv Bartöl
  2. Beyer´s Oil Eisenkraut
  3. Meißner Tremonia Bio-Bartöl

Bei allen dreien handelt es sich um absolut hochwertige Produkte, die du ohne jede Bedenken an deinen Bart bringen kannst. Darüber hinaus erhältst du sie zu einem fairen Presi-Leistungs-Verhältnis.

Cheers!

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